Bewegungskompetenz
Bei der Bewegungskompetenz handelt es sich um das Insgesamt der Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kognitionen sowie emotionalen, motivationalen
und volitionalen Voraussetzungen, um sich freiwillig, selbstbestimmt, freudvoll und sinnerfüllend zu bewegen,
zu spielen und Sport zu treiben. Es handelt sich um ein mehrdimensionales und nicht eindeutig definiertes Konstrukt.
Es bieten sich handlungstheoretische Strategien an, um die der Bewegungskompetenz zugrundeliegenden Faktoren sichtbar
zu machen und einer didaktischen Analyse zuführen zu können. Die Handlungstheorie versucht als Rahmenmodell alle für
das menschliche Verhalten wichtigen kognitiven, emotionalen, motivationalen, volitionalen und motorischen Faktoren
in den Blick zu nehmen.
Voraussetzung für die Bewegungskompetenz sind Kompetenzen in den Bereichen Orientierung (Kognitionen), Antrieb (Motivation)
und Ausführung (motorische Aktivitäten).
Die Teilnehmer von Bewegungs-, Spiel- und Sportprogrammen sollen das eigene Bewegungsverhaltens positiv bewerten
(kognitive Komponente), durch ein bewegungsorientiertes Lebenskonzept bestimmt sein (affektive Komponente) und
über motorische Komepetenzen verfügen, d. h. motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten besitzen,
um sich bewegen zu können, um mobil zu sein.
Abbildung 1: Zusammenfassende Darstellung der handlungstheoretischen Analyseebenen.
Entwickelt werden diese Kompetenzen über Bewegungs-, Spiel- und Sportprogramme, in deren Zentrum das Informieren,
das Motivieren, das Üben und das Trainieren stehen. Diese Aspekte bilden die Grundlage für die Teilnehmer von
Bewegungs-, Spiel und Sportprogrammen, um leibliche und bewegungsbezogene Erfahrungen sammeln und reflektieren zu können.
Der Begriff des Leibes ist dabei nicht auf das Körperliche beschränkt.
Diese Erfahrungen sind authentisch, weil sie am eigenen Leib erfahren werden. Eine indirekte Vermittlung ist nicht möglich.
Man muss sich selbst schon darauf einlassen, d. h. sich selbst bewegen, um dieses spezielle Feld der Erfahrungen zu erschließen.
Bewegungskompetenz und damit die verbundene positive kognitive Bewertung des eigenen Bewegungsverhaltens,
das Bestimmtsein durch ein bewegungsorientiertes Lebenskonzept und die motorsche Kompetenz (Mobilität)
können nicht theoretisch vermittelt werden, sondern nur über das Sammeln von entsprechenden Körper- und
Bewegungserfahrungen in der Sporthalle oder dem Sportplatz.
Das handlungstheoretische Modell liefert hierfür einen theoretischen Orientierungsrahmen zur Planung der Programme.
Abbildung 2: Ergebnis der didaktischen Analyse der Ziele, Inhalte und Methoden von Bewegungs-, Spiel und Sportprogramme im Gesundheitsbereich.
Ausführlich hierzu: Wydra, G. (2021). Überblicke und Einblicke in die sportpädagogische Arbeit. Skript zu den Vorlesungen Sportpädagogik, Sportdidaktik und Gesundheitspädagogik (2. überarbeitete und erweiterte Version). Saarbrücken: Sportwissenschaftliches Institut der Universität des Saarlandes
Dieses Skript wurde zuletzt modifiziert am: 14.05.2026
